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08.09.2010 - 23:26:27

02.07.2003
Jahresbilanz Open-Source-Software in der Verwaltung - 500 Behörden wollen Kooperation zwischen Bund und IBM nutzen
Jahresbilanz "Open-Source-Software in der Verwaltung" - 500 Behörden wollen Kooperation zwischen Bund und IBM nutzen

Das Vorhaben "Open-Source-Software für die Verwaltung" ist sehr gut angelaufen. Ein Jahr nach Abschluss des Kooperationsabkommens zwischen dem Bundesinnenministerium und IBM zur Förderung von Open-Source-Software in der Verwaltung haben bereits über 500 Behörden aus Bund, Ländern und Gemeinden einen Antrag gestellt, dem Rahmenvertrag beizutreten. Diese positive Bilanz zog Bundesinnenminister Otto Schily anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin mit dem IBM-Aufsichtsratsvorsitzenden Erwin Staudt.

Schily und Staudt würdigten die Vereinbarung von 2002 als "Meilenstein" und "großen Erfolg" auf dem Weg zu einer vielfältigen und offenen Software-Landschaft in der Verwaltung. "Die Zahlen der Beitrittgesuche sprechen für sich," so Schily. "Der aktuelle Andrang weiterer Antragsteller ist so groß, dass wir das Beitrittsverfahren künftig auch online anbieten werden - um den Prozess für alle Beteiligten abzukürzen." Nach Abschluss des Kooperationsvertrages hätten Zahl und Qualität der Software-Migrationen zu Open-Source in der Bundesverwaltung stark zu genommen, so Schily weiter. "Das Kartellamt, die Monopolkommission, der Bundesbeauftragte für Datenschutz und die Tierzuchtversuchsanstalt haben beispielsweise ihre IT-Infrastrukturen ganz oder teilweise auf Linux und andere Open-Source-Produkte umgestellt."

"Die Entscheidung von Schwäbisch Hall, als erste Stadt in Europa und im Rahmen dieser Vereinbarung auf eine vollständig Linux-basierte IT-Infrastruktur zu setzten, sowie das Ja von München zur freien Software setzen Zeichen, die den Erfolg dieser Vereinbarung weiter beflügeln werden," betonte Staudt. "Das Beispiel Schwäbisch-Hall macht deutlich, dass mit einer Migration nach Linux dauerhaft Kosten für Softwarelizenzen reduziert werden können und zumindest in diesem Bereich finanzielle Mittel für eine Erneuerung der IT-Infrastruktur und für die Einführung von E-Government freigemacht werden können. Eine wichtiges Argument in Zeiten knapper Kassen."

Schily stellte positiv heraus, dass Open-Source-Software in Ländern und Gemeinden immer weiter vordringe und auch große Institutionen wie die Bayerische Vermessungsverwaltung mit ihren 79 Ämtern oder die Stadt München mit 14.000 Arbeitsplätzen auf Linux setzen.

Ziel des Kooperationsvertrags zwischen Bundesinnenministerium und IBM ist es, den Behörden von Bund, Ländern und Gemeinden über einen Rahmenvertrag günstige Computer unter Open-Source-Software anzubieten, beispielhafte Projekte zu unterstützen und die Behörden über Online-Angebote und Schulungen besser zu informieren.

"Wir schaffen eine vielfältige Software-Landschaft und offene Standards für den Datenaustausch," so Schily zur Software-Strategie der Bundesregierung. "Mit der Förderung von Open-Source-Software wollen wir keine 'Entweder-Oder-Entscheidung' zwischen den kommerziellen Anbietern und der Open-Source-Welt erzwingen. Vielmehr werden wir in der Verwaltung das Beste aus beiden Welten zu einer neuen Qualität vernetzen. Dazu gehört, dass wir auch mit der Firma Microsoft sehr gut zusammenarbeiten."

Einen weiteren starken Schub in Richtung Open-Source-Software verspricht sich Schily von dem umfangreichen Migrationsleitfaden, den das Bundesinnenministerium Anfang Juli auf dem LinuxTag in Karlsruhe vorstellen wird. Hier finden IT-Entscheider künftig Kriterien und Hilfestellungen für strategische Entscheidungen und handwerklichen Rat zur Weiterentwicklung ihrer Systeme.

"Ich bin sicher, dass wir nach zwei Jahren noch mehr und insbesondere noch komplexere Vorhaben vorstellen können," so Schily abschließend.

Quelle: Pressemitteilung BMI

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